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Chanukka-LeuchterChanukka-Leuchter Frankfurt a.M. 1680 - JŁdisches Museum Frankfurt

© J√ľdisches Mus. Frankfurt

AG Deutsch-J√ľdische Geschichte

im

Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer


Deutsc
hlands (VGD)

Thema: Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart

√úbersicht:
Auf dieser Seite:

Infos und Links, Literaturhinweise

Aktuelle (auch vergagnene) Meldungen und Hinweise:
1. Der Anschlag in Halle - Reaktionen und Analysen
2. Holocaustgeschichte in Forschung und Unterricht, GWU 9-10/2019
 

Auf einer angeschlossenen Seite:
Die Entstehung des Begriffes ‚ÄěAntisemitismus“ im 19. Jh.  >>hier

 

 

Infos und Links

Holocaust Remembrance Alliance: Arbeitsdefinition von Antisemitismus

Beauftragter der Bundesregierung f√ľr j√ľdisches Leben und den Kampf gegen den Antisemitismus:
Was ist Antisemitismus?

Bundesministerium f√ľr Forschung und Bildung: Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus

ERuropäische Union: EU-Strtategie zur Bekämpfung von Antisemitismus

Kultusministerkonferenz: Umgang mit Antisemitismus in der Schule. Gemeinsam Haltung zeigen

Zentralrat der Juden in Deutschland / Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung / Kultusminsterkonferenz:
 Gemeinsame Empfehlung des Zentralrats der Juden in Deutschland,  der Bund-L√§nder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten  und der Kultusministerkonferenz zum Umgang mit Antisemitismus in der Schule

Mediendienst Integration: Antisemitismus - Zahjlen und Fakten

Amadeu Antono Stiftung: Antisemitismus und Verschwörungstheorien

 

Antisemitismus-Studien

Erster Antismemitismusbericht des Bundestages 2011 - selbst bereits historisch...

2011 nahm sich der Bundestag mit dem ersten Expertenbericht zum Antisemitismus diesem Thema in besonderer Weise an:  Startseite mit Informationen zum Hintergrund des Beschlusses von 2009 und zum Ergebnis der Studie. Download der Studie; au√üerdem Links zu: “Mitten unter uns”, in: Das Parlament Nr.49-50/2011 und aktuelle Meldung des Bundestags vom 22.1.2012 bei der √∂ffentlichen Vorstellung des Berichts.
Berichte auf tagesspiegel, Spiegel Online, Deutschlandfunk mit Möglichkeit zum Nachhören der Sendung Kultur heute vom 23.1. mit einem Interview mit Peter Longerich, dem Koordinator der Studie; vgl. auch den tagesschau-Bericht; interessant auch die Meldung in der Islamischen Zeitung.
Als “normal feindlich” charakterisiert Julius H. Schoeps die Deutschen aufgrund der Studie in der J√ľdischen Allgemeinen

Wie sich der Antisemitismus im Alltag konkret √§u√üert, wurde in einer Sendung des Deutschlandfunks im Zusammenhang mit der Antisemitismusstudie thematisiert, das Manuskript ist online. “Es gibt nicht nur ‘latenten’ Antisemitismus” betont auch nordbayern .de nach einem  Gespr√§ch mit Ester Klaus, Vorsitzende der Erlanger J√ľdischen Kultusgemeinde.
“Wenn die Erinnerung verblasst” - Interview mit Max Mannheimer anl√§sslich der Antisemitismusstudie auf sueddeutsche.de

Interview mit Julius C. Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums, in den Potsdamer Neuesten Nachrichten.

Welchen politischen Einfluss antisemitische Hetze zu jener Zeit hatte, zeigt der R√ľcktritt von Marina Weisband als Politische Gesch√§ftsf√ľhrerin der Priratenpartei - Info am 29.1. auf T-Online, Focus, Spiegel, sueddeutsche.de - ihr Exklusvi-Interview in Bild am Sonntag auf Bild.de.

Latenten Antisemitismus gibt es auch in heimischen Medien (nicht nur?) in √Ėsterreich, wie ebenfalls zu jener Zeit aus einer Studie des Wiener Instituts f√ľr Konfliktforschung hervorging, laut Salzburger Nachrichten, und zwar hier auch zur linken Variante des Antisemitismus: “W√§hrend der Berichterstattung √ľber die “Occupy”-Bewegung gelangten antisemitsiche Stereotype wie die des “gierigen Juden” oder der “j√ľdischen Weltverschw√∂rung” wieder an die Oberfl√§che.” Dazu auch die Wiener Zeitung.

10.2.2012

Antisemitismusbericht des Bundestages 2017

“Der Kampf gegen Antisemitismus geh√∂rt zur Staatsr√§son” erkl√§rte die Bundesregierung anl√§sslich des Antisemitismusberichts 2017: vgl. die aktuelle Seite des Bundestages vom 21.7.2017, Download Expertenbericht in der Vorlage f√ľr den Bundestag und in der endg√ľltigen √∂ffentlichen Fassung des Bundesministerium des Inneren. Damit verbunden gab der Bundestag auch eine Linkliste der damals aktuellen weiteren Studien zum Antisemitismus heraus

 


 

Literaturhinweise:

Von Autoren des Arbeitskreises beim VGD / betr. j√ľdische Geschichte und Antisemitismus:

  • Zwischen Urteil und Vorurteil. J√ľdische und deutsche Geschichte in der kollektiven Erinnerung. Frankfurt a.M. (Humanities Online) 2012
  • Martin Liepach / Wolfgang Geiger: Fragen an die j√ľdische Geschichte. Schwalbach i.T. (Wochenschau) 2014. (Erh√§ltlich auch bei der BpB)
  • Martin Liepach / Dirk Sadowski (Hg.): J√ľdische Geschichte im Schulbuch. G√∂ttingen (V&R) 2014. (Georg Eckert Institut Eckert.Expertise 3)
  • Antisemitismus auch im Schulbuch? Zum historischen und p√§dagogischen Kontext eines gravierenden Vorwurfs, in: Medaon - Magazin f√ľr j√ľdisches Leben in Forschung und Bildung, 13 (2019), H. 25, >>online
  • “Geldjuden”. Die Grundlagen eines universellen Vorurteils vom Mittelalter bis heute, in: Widerspruchstoleranz 3 - Ein Methodenhandbuch zu antisemitischer Bildungsarbeit, KIgA, 2019,  S. 16-24, >>online

Printpublikationen bis 20210:

  • Wolfgang Benz: Was ist Antisemitismus? M√ľnchen (C.H. Beck), 2004.
  • Werner Bergmann / Mona K√∂rte (Hg.): Antisemitismusforschung in den Wissenschaften, Berlin (Metropol), 2004.
  • Klaus Rensmann: Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, Wiesbaden (VS) 2004.
  • Bernd Fechler / Gottfried K√∂√üler / Astrid Messerschmidt / Barbara Sch√§uble / Fritz Bauer Institut, Jugendbildungsst√§tte Anne Frank (Hrsg.): Neue Judenfeindschaft? Perspektiven f√ľr den p√§dagogischen Umgang mit dem globalisierten Antisemitismus, Frankfurt a.M. / New York (Campus) 2006.
  • Steven Beller: Antisemitismus, Stuttgart (Reclam) 2007.
  • Klaus Ahlheim (Hg.): Die Gewalt des Vorurteils. Eine Textsammlung, Schwalbach/Ts. (Wochenschau), 2007.
    [Eine Sammlung analytischer Texte von Adorno bis Goldhagen.]
  • Lars Rensmann / Julius H. Schoeps Hg.): Feindbild Judentum. Antisemitismus in Europa, Berlin (VBB), 2008.
  • Monika Schwarz-Friesel, Evyatar Friesel, Jehuda Reinharz (Hg), Aktueller Antisemitismus – ein Ph√§nomen der Mitte, Berlin / New York (de Gruyter), 2010
  • Wolfram Stender / Guido Follert / Mihri √Ėzdogan (Hrsg.): Konstelationen des Antisemitismus. Antisemitismusforschung und sozialp√§dagogische Praxis, Wiesbaden (VS) 2010.

Printpublikationen nach 2010:

  • Monika Schwarz-Friesel / Jehua Reinharz: Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert, Berlin/Boston (de Gruyter) 2013.
  • Yehuda Shenef: Humor, Wucher, Weltverschw√∂rung. Die gel√§ufigsten Vorurteile gegen√ľber Juden und was es mit diesen auf sich hat. Books on Demand, 2017, vgl. JÔŅľdisch-Historischer Verein Augsburg
  • Moshe Zuckermann: Der allgegenw√§rtige Antisemit oder Die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit, Frankfurt a.M. (Westend-Verlag) 2018.
  • Samuel Salzborn: Globaler Antisemitismus. Eine Spurensuche in den Abgr√ľnden der Moderne, Weinheim / Basel (Beltz Juventa) 2018, 2020.
  • Mareike K√∂nig / Oliver Schulz (Hrsg.): Antisemitismus im 19. Jahrhundert aus internationaler Perspeltive. G√∂ttingen (V&R unipress) 2019.
  • Olaf Gl√∂ckner / G√ľnther Jikeli (Hrsg.): Das neue Unbehagen. Antisemitismus in Deutschland heute, Hildesheim u.a.o. (Olms) 2019.
  • Monika Schwarz-Friesel: Judenhass im Internet. Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektives Gef√ľhl. Leipzig (Hentrich & Hentrich) 2019. (Erh√§ltlich auch bei der BpB)
  • Michael Blume: Warum der Antisemitismus uns alle bedroht. Wie neue Medien alte Verschw√∂rungsmythen befeuern. Ostfildern (Patmos) 2019.
  • Micha Brumlik: Antisemitismus, Stuttgart (Reclam) 2020.
  • Wolfgang Benz (Grsg.): Streitfall Antisemitismus. Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen, Berlin (Metropol) 2020.
  • Sol Goldberg / Scott Ury / Kalman Weiser (Hrsg.): Key Concepts in the Study of Antisemitism, London (Palgrave Macmillan) 2021.
     

Antisemitismus und Schule:

Marina Chernivsky / Friederike Lorenz: Antisemitismus im Kontext Schule - Deutungen und Umgangswewisen von Lehrer*innen an Berliner Schulen. Forschungsbericht zur Studie “Umgang mit Antisemitismus im Kontext Schule”, Berlin: Kompetenzzentrum Pr√§vention und Empwerment, 2020  >download

Samuel Salzborn (Hrsg.): Schule und Antisemitismus. Politische Bestandsaufnahme und pädagogische Handlungsmöglichkeiten. Weinheim (Beltz Juventa) 2020.

Julia Bernstein (Hrsg.): “Mach mal keine Judenaktion!” Herausforderungen und L√∂sungsans√§tze in der professionellen Bildungs- und Sozialarbeit gegen Antisemitismus, Frankfurt Univ. of Applied Sciences s.d. [2019] >download
Julia Bernstein (Hrsg.): Antisemitismus an Schulen in Deutschland. Befunde - Analysen - Handlungsoptionen. Mit Online-Materialien. Weinheim (Beltz Juventa) 2020. (Erhältlich auch bei der BpB)
Hinweis: “Mach mal keine Judenaktion!” - Interview mit Prof. Dr. Julia Bernstein im J√ľdischen Forum f√ľr Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.  >Gemeinsam gegen Hass

 

Wird erweitert...


Last update 29.12.2019

Aktuell 1: Der Anschlag in Halle - Reaktionen und Analysen

Wir verweisen auf die Erkl√§rung des Verbandes Hessischer Geschichtslehrerinnen und -lehrer VHGLL vom 13.10.2019 und erg√§nzen folgendes (hier zun√§chst die Wiederholung des Textes von Aktuelles, eine weiterf√ľhrende Analyse folgt demn√§chst):

Der antisemitisch motivierte Versuch, in der Synagoge von Halle am Jom Kippur (9.10.2019) ein Massaker anzurichten, vor dem Hintergrund einer ideologisch weiter gefassten abstrusen Verschw√∂rungstheorie, wurde allein durch den notwendigen Selbstschutz der Synagoge vereitelt, n√§mlich die solide T√ľr. Durch die √úberwachungskamera sah man von innen, wie der T√§ter auf die T√ľr schoss, und war in panischer Angst, er k√∂nne sie aufschie√üen. W√§re es ihm gelungen, w√§ren au√üer den beiden Toten und den zwei Verletzten au√üerhalb  noch viel mehr Opfer innerhalb zu beklagen, √§hnlich wie bei dem Anschlag auf die zwei Moscheen in Christchurch (Neuseeland), der dem T√§ter ja auch als Vorbild diente.

Der Schock ist so schon groß, aber was wäre, wenn das Massaker gelungen wäre, mit Schusswaffen und Sprengstoff, und vielleicht 30, 40 oder 70 Toten unter den Gläubigen in der Synagoge?

Die j√ľdische Gemeinschaft in Deutschland ist verunsichert, obwohl alle sagen, dass es sie nicht wirklich √ľberrascht hat. Sie sind allenfalls √ľberrascht, dass ihre Warnungen, ihr Pessimismus sich bewahrheiten. In der Zeit vom 17.10. wirft Richard C. Schneider der Gesellschaft einen rituellen Umgang mit dem Antisemitismus vor, “l√§cherliche Mahnwachen” nach dem Ereignis statt effektive Pr√§vention davor, eine alibim√§√üige Betroffenheit mit einem phrasenhaften “Nie wieder!” gegen etwas, das schon l√§ngst da ist. Schneider empfindet uns√§gliche Wut und Langeweile zugleich, schreibt er, “weil ich dar√ľber schon jahrzehntelange schreibe. Immer und immer wieder. Nach jedem Attentat, nach jedem Anschlag, nach jedem neuen antisemitischen Skandal.”

Die Liste der schwereren antisemitischen Anschläge - Morde, Brandanschläge und entsprechende Versuche, Körperverletzung... - ist lang, wie auf Wikipedia nachzulesen, und sie sind nicht nur durch rechtsextreme Deutsche begangen worden, sondern auch von Täten mit arabischem bzw. muslimischem Hintergrund. Eine Chronik viel zahlreicherer antisemitischer Vorfälle kann man auch nach Jahr und Monat (seit 2002) und sogar nach Bundesland und Stadt bei der Amadeu-Antonio-Stiftung aufrufen, darunter auch bereits entsprechende Kommentare zu Halle.

Der Rechtsextremismus ist jahrelang gegen√ľber dem Islamismus vernachl√§ssigt und in der Konsequenz verharmlost worden, das wird jetzt in Reaktion auf Halle auch von jenen in den Medien zugegeben, die direkt oder zumindest indirekt daf√ľr verantwortlich sind. Die F√∂rderung von zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen Rassismus, Antisemitismus und f√ľr Demokratie wurde abgebaut, w√§hrend man gleichzeitig den Antisemitismus “in der Mitte der Gesellschaft” beklagt und bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Schulen mangelnde Pr√§ventionsarbeit im Unterricht vorwirft.  Auch wurde bei der Polizei eingespart, w√§hrend deren Aufgaben stiegen. Letzteres soll sich jetzt √§ndern und so fragt die Amadeu-Antonio-Stiftung auf Belltower: “Warum wird nach Halle mehr Polizei gefordert und Demokratiearbeit gek√ľrzt?”

Der Attentäter von Halle war ein Einzeltäter, aber kein Einzeldenker. Alle Elemente seiner Verschwörungstheorie sind von der Neuen Rechten aus in die sprichwörtliche Mitte der Gesellschaft getragen worden und beim Antisemitismus konnte sie auf eine ohnehin schon vorhandene Grundlage aufbauen, die sich durch Stereotypen, Klischees und daraus resultierenden Vorurteilen nicht nur in Form eines bewussten Antisemitismus zeigt, sondern oft und viel mehr auch noch unbewusst vorhanden ist. Jede neue Antismeitismusstudie belegt dies.

Auf die Frage “Was hat Ihr Sohn gegen Juden?” antwortete die Mutter des Attent√§ters von Halle, von rtl befragt: “Er hat ein falsches Vokabular. Er hat nix gegen Juden in dem Sinne. Er hat was gegen die Leute, die hinter der finanziellen Macht stehen. Wer hat das nicht?”

Hier zeigt sich erschreckend exemplarisch, wie uralte Vorurteile gegen die “Geldjuden” immer noch wirken, trotz eines gewissen √úber-Ichs, das davor warnt, Juden als “Juden” zu attackieren, auch verbal nicht, “falsches Vokabular”. Doch die in der Synagoge versammelten Juden waren demnach Repr√§sentanten derjenigen, “die hinter der finanziellen Macht stehen.”

Dieses Vorurteil vom mittelalterlichen Geldverleiher √ľber Joseph S√ľ√ü Oppenheimer (“Jud S√ľ√ü”) bis zum “Rothschild-Syndrom”, wie wir es nennen m√∂chten, und den erfundenen “Protokollen der Weisen von Zion” mit ihrer angeblichen Weltverschw√∂rung widerlegen wir hier auf unseren Seiten durch die belegbare historische Wahrheit. Ausf√ľhrlich ist dies bereits hinsichtlich der Quelle dieser Vorurteile, n√§mlich das Mittelalter betreffend, gelungen, die anderen Teile sind noch in Arbeit.

 

Aktuell 2: Holocaustgeschichte in Forschung und Unterricht

Schwerpunkt von GWU Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 9/10, September/Oktober 2019 (>Friedrich-Verlag)

Inhalt zum Schwerpunkt:
Frank Bajohr: Trends der Holocaustforschung seit den 1990er Jahren. Errungenschaften, Wandel, Probleme und Herausforderungen, S. 485-496.
Dieter Pohl: Der Holocaust in der Gewaltgeschichte. Veränderte Perspektiven auf den Holocaust, S. 497-511.
Sybille Steinbacher: “R√§ume” der Gewalt. √úberlegungen zur Tragkraft eines Konjunkturbegriffs in der Holocaustforschung, S. 512-520.
Birthe Kundrus: Komplexes schreiben. Zur Konjunktur von Tageb√ľchern in der Forschung zum Holocaust, S. 521-531.
Susanne Heim: Holocaustforschung und -erinnerung. Die Quellensammlung “Die Verfolgung und Ermordung der europ√§ischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945” im Unterricht, S. 532-542.Martin Liepach: Zur Darstellung des Holocaust in den aktuellen Schulgeschichtsb√ľchern. Eine Bestandsaufnahme, S. 543-553.
Information Neue Medien:
Alessandra Sorbello-Staub: Wider das Vergessen: aktuelle Angebote zur Holocaustgeschichte, S. 568-570.

 

Aktuelles aus der Vergangenheit:

Die Grass-Debatte:

Last update 16.4.2012

Im Nachgang zum Grass-Gedicht sieht Christiane Hoffmann in der FAZ einen “Fluch der Geschichte” nicht darin, dass schon vor zehn Jahren, also weit vor dem aktuellen Konflikt in Nahost, von 60% der Deutschen Israel als “Bedrohung des Weltfriedens” sahen - die damalige Frage war schon unglaublich f√ľr die “Objektivit√§t” von Meinungsforschern: “Welches Land halten Sie f√ľr eine Bedrohung des Weltfriedens ?” (Etwas weniger Wertungen gab es bei der Umfrage bein den USA, Nordkorea und Iran). Den “Fluch der Geschichte” sieht die FAZ im “Defizit an Demokratie”, das in der Tabuisierung der Diskussion √ľber Israel bestehe - und auch anderen “Tabus”: Europa, Afghanistan... Ein wunderbares Beispiel f√ľr die Unterst√ľtzung der Grass’schen Strategie, Tabus einfach zu erfinden, um sich dann als “Demokrat” gegen√ľber diesem angeblichen “Demokratie-Defizit” in Pose setzen zu k√∂nnen.

Last update 9.4.2012

 

P√ľnktlich zu Pessach 5772 oder zum Ostermarsch 2012 ?
G√ľnter Grass und sein “Gedicht” als neues Beispiel, wie Israel ohne Kenntnis der Sachlage verurteilt wird und wie die Auseinandersetzung mit Israel kompensatorisch vor dem Hintergrund eines Problems mit der eigenen Vergangenheit erfolgt.
Alle Ingredienzien des “sekund√§ren Antisemitismus” sind vorhanden: 1. das angebliche Tabu die israelische Politik zu kritisieren, 2. die Antizipation des Vorwurfs, man sei Antisemit, wenn man dies tue, 3. die Umkehrung der Realit√§t, hier freilich zu einem neuen H√∂hepunkt gesteigert:  Israel k√∂nne und wolle den Iran “ausl√∂schen” und bedrohe den Weltfrieden.
Darf man israelische Politik kritisieren? Ja, aber warum erfolgt dies von denen, die behaupten, das d√ľrfe man nicht, dann immer auf diese Weise?
Ob der sich prompt einstellende Antisemitismusvorwurf die richtige Reaktion darauf ist, darf allerdings auch diskutiert werden, eine Pauschalisierung des Begriffes f√ľhrt letztlich auch zu seiner Banalisierung und verhindert (oder behindert zumindest) die Auseinandersetzung mit den Inhalten und dem Hintergrund solcher Thesen.

Das Gedicht vom 4.4. auf S√ľddeutsche.de ; Reaktionen und Kommentare im Spiegel der Berichterstattung der SZ: 4.4., 5.5., noch
einmal vom 5.5., 6.5. und noch einmal vom 6.5. sowie eine √úbersicht √ľber Grass’ spektakul√§re Interviews und Aussagen gibt die SZ hier.
Eine Presseschau vom 5.4. auf stern.de; eine Zusammenstellung politischer Reaktion auf T-Online; Reaktionen aus israel auf Zeit Online vom 4.4. und eine internationale Presseschau auf Spiegel Online; sowie die beiden tonangebenden Artikel von Henryk M. Broder auf Welt Online hier (“ewiger Antisemit”) und hier. Weitere lesenswerte Kommentare: Christian B√∂hme in The European auf T-Online und Josef Joffe auf Zeit Online.

Online-Abstimmung √ľber Grass auf T-Online - wie repr√§sentativ das auch sein mag: hier.

Empfehlenswert finden wir die Kommentare zu Grass in der taz: von Klaus Hillenbrand und Micha Brumlik am 5./6.4. und Stefan Reinecke am 7./.8.9.4.2012.  Ebenfalls verweisen wir auf die Interpretation des Gedichts in der FAZ von Frank Schirrmacher am 4.4. sowie auf die Analyse von Raphael Gross: “Antisemitismus ohne Antisemiten” in der Frankfurter Rundschau vom 7.4.2012

6./9.4.2012

 

 

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